804.

By Nicolas Müller, 30 December, 2024
Subtitle
Arati
Zusatzbeschriftung
Lichtzeremonie
Body

jaya jaya āratī vighna-vināyaka
vighna-vināyaka śrī-gaṇeśa // 1 //
 

Wörtliche Übersetzung: Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Beseitiger der Hindernisse, Beseitiger der Hindernisse, glückhafter Gaṇeśa.

jaya jaya āratī subrahmaṇya
subrahmaṇya kārttikeya // 2 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Subrahmaṇya, Subrahmaṇya, Kārttikeya.

jaya jaya āratī veṇu-gopāla
veṇu-gopāla veṇu-lola
pāpa-vidūra navanīta-cora // 3 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Gopāla mit der Flöte, Gopāla mit der Flöte, begierig nach der Flöte, fern von Übel, Butterdieb.

jaya jaya āratī veṅkaṭa-ramaṇa
veṅkaṭa-ramaṇa saṅkaṭa-haraṇa
sītā-rāma rādhe-śyāma // 4 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Geliebter auf dem Veṃkaṭa[berg], Geliebter auf dem Veṃkaṭa[berg], durch den Schwierigkeiten beseitigt werden, Sītā und Rāma, Rādhā und Śyāma.

jaya jaya āratī gaurī-mano-hara
gaurī-mano-hara bhavānī-śaṅkara
sāmba-sadāśiva umā-maheśvara // 5 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Gaurī und der Betörende, Gaurī und der Betörende, Bhavānī und Śaṃkara, Sadāśiva mit Ambā, Umā und Maheśvara.

jaya jaya āratī rāja-rājeśvarī
rāja-rājeśvarī tri-pura-sundarī
mahā-lakṣmī mahā-sarasvatī
mahā-kālī mahā-śakti // 6 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: die Göttin der Könige der Könige, die Göttin der Könige der Könige, Tripurasundarī, die große Lakṣmī, die große Sarasvatī, die große Kālī, die große Śakti.

jaya jaya āratī āñjaneya
āñjaneya hanumanta // 7 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Āñjaneya, Āñjaneya, Hanumān.

jaya jaya āratī dattātreya
dattātreya tri-mūrty-avatāra // 8 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Dattātreya, Dattātreya, Inkarnation der drei Gestalten.

jaya jaya āratī ādityāya
ādityāya bhāskarāya  // 9 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie für den Sonnengott, den Sonnengott, der Helligkeit bringt.

jaya jaya āratī śanīśvarāya
śanīśvarāya bhāskarāya // 10 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie für den Gott Saturn, den Gott Saturn, der Glanz bringt.

jaya jaya āratī śaṅkarācārya
śaṅkarācārya advaita-gurave // 10a //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Lehrer Śaṃkara, Lehrer Śaṃkara, für den Guru des Advaita.

jaya jaya āratī sad-guru-nātha
sad-guru-nātha śivānanda // 11 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Herr, welcher der wahre Lehrer ist, Herr, welcher der wahre Lehrer ist, Śivānanda.

jaya jaya āratī jesus-gurave moses-gurave buddha-gurave // 11a //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie für den Guru Jesus, den Guru Moses, den Guru Buddha.

jaya jaya āratī muhammad-gurave lao tse-gurave // 11b //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie für den Guru Muhammad, den Guru Laotse.

samasta-gurubhyo namaḥ // 11c //

Allen Gurus Verneigung.

jaya jaya āratī veṇu-gopāla // 12 //

Sieg, Sieg, Lichtzeremonie: Gopāla mit der Flöte.

Bedeutung

Arati ist die Lichtzeremonie, das Schwenken von Licht vor einem Altar und in alle Richtungen, was so viel bedeutet wie „Möge Wohlwollen, Licht, Güte und Freude überall herrschen.“ Es gibt verschiedene Texte für Arati. Bei Yoga Vidya verwenden wir das Arati, das zu Lebzeiten von Swami Sivananda besonders populär war. Es ist ein Mantra, das aus verschiedenen Strophen besteht und jede Strophe richtet sich an einen bestimmten Aspekt Gottes.
 

Die erste Strophe, „Jaya Jaya Arati Vighnavinayaka“, richtet sich an Ganesha, der alle Hindernisse aus dem Weg räumt. In unserer Tradition beginnen wir alles, indem wir erst Ganesha anrufen.

In der zweiten Strophe wird Subrahmanya, Kartikeya angerufen, der auch Sharavanabhava ist, Skanda, Shanmuga, Shadanana und Muruga. Er steht für jugendliche Kraft und Durchhaltevermögen.

Die dritte Strophe richtet sich an Krishna mit der Flöte, Venugopala, der ein guter Hirte ist, der Beschützer der ganzen Welt. Er ist ein guter Flötenspieler, Venulola, und nimmt alle Negativitäten weg, Papavidura. Er ist Navanita Chora, „er liebt frische Butter“, d.h. er genießt das Leben.

Die vierte Strophe richtet sich an Vishnu als Venkataramana, „der Geliebte, der voller Freude ist“. Er ist Sankataharana, er nimmt alle Schwierigkeiten weg. Und Vishnu manifestiert sich als das göttliche Paar, Sita Rama und auch als Radheshyama, Radha und Krishna.

„Jaya Jaya Arati Gauri Manohara“ richtet sich an Shiva. Gauri ist ein Beiname von Durga, Parvati und heißt „die Helle“, „die Weiße“, „die Strahlende“, manchmal auch übersetzt als „die Goldene“. Und Manohara heißt „faszinierend“ und auch „betörend“. Also: „Jaya Jaya Arati, Ehrerbietung an Shiva, welcher die Freude ist von Gauri, er ist die Freude der göttlichen Mutter.“ Er ist Bhavanishankara, er ist Bhavani, voller Liebe, Mitgefühl, wie die göttliche Mutter, und er ist Shankara, er ist ein großer Wohltäter. Er ist Sambasadashiva, er ist Sada, ewig, Shiva, und immer mit Amba, der göttlichen Mutter. Er ist auch der großartige Gott mit Uma, Uma Maheshwara. Diese Shloka richtet sich an Shiva und die Einheit der Polaritäten.

Die nächste Strophe ist der göttlichen Mutter gewidmet, Raja Rajeshwari, die Göttin der Könige, die königliche Göttin, die großartige Herrscherin. Sie ist Tripura Sundari, die Schöne der drei Welten, die sich in verschiedenen Gestalten manifestiert, als Maha Lakshmi - als Lakshmi, der weibliche Aspekt von Vishnu, die Göttin der Schönheit, der Fülle und auch des uneigennützigen Dienens, - als Maha Saraswati, der weibliche Aspekt von Brahma, die Göttin der Weisheit, des Wissens, der Wissenschaften, der Künste und der Kreativität, - als Maha Kali, die dunkle Göttin, die alle Negativitäten beseitigt. Und sie ist Maha Shakti, die großartige Kraft des Universums und damit auch Durga.

Die nächste Strophe richtet sich an Anjaneya, „der Sohn von Anjani“, der auch Hanuman ist, mit einem besonders großen Kiefer den Lob Gottes singt.

In der achten Strophe wird Dattatreya angerufen, der als Inkarnation (avatara) von Brahma, Vishnu und Shiva (der trimurti) gilt. Er steht für die Dreiheit der Güte.

In der neunten Strophe wir Surya, der Sonnengott, angerufen als Adityaya, als ursprüngliches Strahlen, und als Bhaskara, als der Strahlende.

Dann wird Shani angerufen, die Gottheit von Saturn, der für Einschränkung, Askese, Loslassen, Entsagung steht aber auch für Wachstum durch Krankheit, Unfälle, Schwierigkeiten, Widerstände. Auch er ist Bhaskaraya, er strahlt und leuchtet, bringt Glanz und Licht.

Dann wird Shankaracharya angerufen, der großen Guru des Adwaita, der Nicht-Dualität und der absoluten Einheit. Shankara heißt der Wohltäter, und Acharya ist der große Meister.

Der nächste Vers ruft dann Swami Sivananda an.

Dann gibt es eine Strophe, die von Swami Vishnu hinzugefügt wurde, um auch andere Meister und Aspekte Gottes anzurufen: die Lehrer Jesus, Moses, Buddha, Mohammed und Laotse. So erweisen wir unsere Ehrerbietung auch den Lehrern der verschiedenen Traditionen und weil man nicht alle aufzählen kann, kommt dann der allgemeine Vers: “Samasta Guru Bhyo Namah. Allen Lehrern sei unsere Ehrerbietung.“

Und das Arati schließt mit „Jaya Jaya Arati Venugopala“ - „Ehrerbietung dem göttlichen Hirten, der sich um alle Wesen kümmert.“ „Ehrerbietung, Licht und Triumph sei dem guten Hirten, der sich um die ganze Welt kümmert und der die Flöte hat als Symbol für Schönheit und Freude, die er mir geben wird.“

Normalerweise wird direkt nach dem Arati die Nr. 805 gesungen.

Spirituelle Übersetzung Arati: Ehrerbietung dem göttlichen Licht in all seinen Namen und Gestalten. Möge Lichtkraft überall sein. Möge Friede überall sein. Mögen wir alle göttliche Führung und Eingebung haben. Mögen wir überall das Göttliche erkennen. Mögen wir durch Licht und Inspiration erfüllt sein. Möge die Kraft der Liebe alle Fasern unseres Wesens erfüllen. Mögen wir Gutes bewirken. Mögen wir das Höchste verwirklichen.

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